Lothar Schröder auf der zentralen Kundgebung
Lothar Schröder, Leiter des Fachbereiches Telekommunikation / Informationstechnologie und Mitglied im ver.di Bundesvorstand, sprach am 16. Juni 2009 auf der zentralen Streikkundgebung in Rüsselsheim.

Auszüge aus der Rede von Lothar Schröder - es gilt das gesprochene Wort:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe schon in vielen Tarifverhandlungen Gegenwehr und Verweigerung der Arbeitgeber erlebt. Das, was wir bei EDS erleben, verdient aber die Bezeichnung Ignoranz. Deswegen bin ich heute hier. Niemand hat das Recht, Beschäftigte ignorant zu behandeln. Auch EDS nicht. Dass wir uns die besinnungslose Ignoranz von EDS nicht bieten lassen, macht uns gemeinsam wütend und bringt uns heute gemeinsam auf die Straße.
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Es ist ebenso ignorant wie unanständig, wenn man dem Management millionenschwere Sicherheitsairbags finanziert und den Karren der Beschäftigten vor die Wand setzen will.
Mit Ignoranz ist kein Unternehmen zu führen. Das sollte das Management begreifen. Mit Ignoranz werden sie nicht durchkommen.
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Wenn bei der Übernahme durch HP für ein gutes Dutzend Manager Abfindungen von rund 131 Mio Dollar gezahlt werden konnten, wenn man die die weiteren Sonderzahlungen bei der Übernahme mitrechnet, sind es ja sogar insgesamt rund 200 Mio Dollar, dann sind für uns sechs Prozent und mehr Sicherheit drin!
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Wir wollen, dass EDS auch in Zukunft ein funktionierendes Unternehmen ist. Dafür braucht es gute Kolleginnen und Kollegen. EDS soll nicht kaputtrationalisiert werden. Es darf nicht mit vergoldeten Handschlägen beim Management leergeräumt werden. Mit der Mannschaft, die EDS heute an Bord hat, ist das Unternehmen gut und groß geworden. Diese Mannschaft braucht EDS heute und in Zukunft.
Wir fordern darum einen Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Standortsicherung. Wir wollen gemeinsam mit dem Unternehmen auf der Erfolgsspur bleiben. EDS ist gut im Geschäft und nah am Kunden. Darum müssen die Standorte erhalten bleiben. Und weil es die Menschen sind, die sich oft viele Jahre mit riesigem Engagement für EDS eingesetzt haben, soll uns EDS auch die Sicherheit geben, die die Menschen verdienen.
Darum machen wir heute erneut deutlich: Wir fordern den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen!
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Herrn Hansen, den Geschäftsführer der EDS Operations Services GmbH, kann ich beruhigen, wenn er sich öffentlich - wie letzte Woche - gegen einen Haustarifvertrag ausspricht. Haustarifverträge sind branchenüblich, die Großen der Branche haben sie, sie tun nicht weh! Wir schließen ständig Haustarifverträge ab - gerade in der IT-Branche:
Während ich hier zu Euch spreche, beginnen in Stuttgart Tarifverhandlungen zwischen ver.di und IBM.
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Auch bei T-Systems sitzen wir jedes Jahr wieder am Verhandlungstisch und jedes Jahr steht am Ende ein Ergebnis.
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Ihr, die ihr hier seid, zeigt, dass es uns in dieser Auseinandersetzung auch um Würde geht, die wir der Ignoranz entgegenstellen.
Es gibt Zeiten im Leben eines jeden Menschen, in denen er Rückgrat zeigen muss. Es gibt Zeiten, in denen wir gemeinsam zeigen müssen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen. Es gibt Zeiten, in denen müssen wir Widerstand leisten!


