... und ich sehe es wachsen
Heute war ein besonderer Streiktag.
Ich sah Manager, die sich zu uns an den Brunnen gesellten und mit uns Streikenden sprachen. Ich sah Kollegen, die ursprünglich unentschlossen waren, die trotz der Streikaufrufe der letzten Tage gearbeitet hatten und sich uns jetzt anschließen. Und ich sah, dass wir sie als Mitstreiter begrüßten als wären sie vom ersten Tage an dabei gewesen. Das hat mich sehr bewegt und ich empfand das erste Mal seit vielen Jahren bei EDS wieder so etwas wie Stolz! Ja, ich bin stolz auf die Menschen, mit denen ich so viele Jahre Seite an Seite gearbeitet habe und die sich jetzt hinter einem höheren Ziel als Profit und Kostensenkung versammeln. Ich war mir nicht sicher, ob wir hier in Deutschland in dieser Branche die für unser Land und unsere Mentalität so typische Schwerfälligkeit überwinden würden und gemeinsam für eine Sache einstehen würden. Aber nachdem ich sehe, wie viele wir sind, an wie vielen Standorten wir kämpfen und mit welchen Ideen wir in der uns eigenen Gründlichkeit vorgehen, da wurde mir klar, welche Kraft und welche Motivation gemeinsame Ziele frei setzen können. Nicht diese amerikanischen "Schwafelziele", die wir zur Genüge im Jahresrythmus kennen gelernt haben, sondern Ziele, die die Belegschaft einen und diese Kraft in die gewünschte Richtung lenken. Hier können Manager, wie ich selbst, etwas lernen. Dieser Streik eint die Belegschaft und schweißt sie so stark zusammen, wie alle Bemühungen der letzten Jahre nicht mehr. Die Menschen wachsen über sich hinaus, zeigen neue Fähigkeiten und engagieren sich für etwas von dem sie felsenfest überzeugt sind, dass es richtig und der einzige Weg ist.
Ich bin stolz auf Euch Kollegen und ich bin dankbar dafür ein Teil von Euch zu sein!


