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Pressemitteilung

RÜSSELSHEIM/FRANKFURT - Im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze haben sich die Mitarbeiter des Unternehmens Electronic Data Systems (EDS) in Deutschland jetzt mit einem Offenen Brief an den US-Präsidenten Barack Obama gewandt.
Udo Verzagt, stellvertretender Vorsitzender des EDS-Gesamtbetriebsrats und Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der US-Mutter Hewlett Packard (HP), überreichte das Schreiben am Dienstagvormittag einem Repräsentanten des amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt. Begleitet wurde Verzagt von einer Delegation 30 streikender EDS-Mitarbeiter und dem Geschäftsführer der IG Metall Darmstadt, Günter Lorenz.
Unterschrieben ist der Offene Brief im Namen aller vom Verlust ihrer Arbeitsplätze bedrohten 25 000 Mitarbeiter des HP-Konzerns weltweit von rund 500 Beschäftigten der EDS in Rüsselsheim, die sich derzeit im Streik befinden. In dem Schreiben bringen die Beschäftigten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass der US-Präsident zu ihren Gunsten in den Konflikt eingreifen möge, indem er das Top-Management von HP und EDS wegen der geplanten Massenentlassungen, von denen vor allem Mitarbeiter in den USA betroffen sein würden, "zur Rede stellt und die amerikanische Öffentlichkeit darüber informiert".

Denn HP gehe es wirtschaftlich sehr gut. "Auch EDS hatte 2008 keinerlei Verluste zu beklagen." Grund des geplanten Abbaus sei allein, die Umsatzrendite von HP von zuletzt rund zehn Prozent weiter zu steigern, argumentieren die EDS-Mitarbeiter in dem Offenen Brief und fragen darin: "Wie aber kann es sein, dass profitable Unternehmen in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise massiven Stellenabbau betreiben und die Staaten und ihre Gesellschaften noch zusätzlich in Schwierigkeiten bringen, nur um ihre Gier nach noch höheren Profiten zu befriedigen?"
In Deutschland will HP rund 1700 Arbeitsplätze streichen, davon 1150 bei der erst im Vorjahr übernommenen Tochter EDS.

"Wir wenden uns an US-Präsident Barack Obama, weil es sich bei HP um ein amerikanisches Unternehmen handelt und es nicht sein kann, dass jetzt in der Krise, bei der es darum geht, Arbeitsplätze zu erhalten, ohne Not in Deutschland, Amerika und weltweit Stellen vernichtet werden", begründete Udo Verzagt am Dienstag den Offenen Brief an den Präsidenten. "Das hier ist nicht nur ein ökonomisches Problem. Es muss auch zu einem Image- und einem moralischen Problem für HP werden, wenn die so viele Leute rausschmeißen und sich das Top-Management gleichzeitig die Taschen füllt", betonte IG-Metall-Geschäftsführer Günter Lorenz. So habe HP CEO Mark Hurd im Vorjahr 42,8 Millionen Dollar verdient, was einer Steigerung um satte 68 Prozent im Vergleich zum Jahr davor entspräche. Sechs Top-Manager bei HP zusammen hätten 2008 sogar rund 142 Millionen Dollar erhalten, während Zehntausende Mitarbeiter nun entlassen und die verbleibenden Beschäftigten zu einem dauerhaften Lohnverzicht in Höhe von fünf Prozent gezwungen werden sollten, sagte Lorenz mit Verweis auf den Offenen Brief weiter.