Wir über uns: Auf dem Weg zum Haustarifvertrag bei EDS
Schon vor einigen Jahren haben die Betriebsräte der EDS Operations Services GmbH über die Vorteile eines Haustarifvertrages nachgedacht. Die Betriebsräte und die bei EDS vertretenen Gewerkschaften IG Metall und ver.di vereinbarten einen Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit beschreibt.
Erst im Laufe des Jahres 2008 wurde das Thema "Haustarif" wieder verstärkt aufgegriffen: Der Startschuss dafür war die für 2008 anstehende Gehaltsrunde, bei der die Geschäftsleitung lediglich 1% mehr Gehalt anbot. Die Betriebsräte erkannten zum wiederholten Male, dass ihre rechtlichen Mittel in der Gehaltsfrage sehr beschränkt sind. Trotz guter Argumente, der Unterstützung der Belegschaft bei der Kampagne "Gimme five!", sowie eines deutlich höheren Vorschlags eines Mediators zahlte die Geschäftsleitung nur eine Gehaltserhöhung von 1%.
Bei den Betriebsräten wuchs damit die Bereitschaft, sich für einen Haustarifvertrag stark zu machen und dafür auch Mitglied in der Gewerkschaft zu werden. Und auch in der Belegschaft wurde darüber heftig diskutiert und viele Kolleginnen und Kollegen begannen, sich zu organisieren. In den nachfolgenden Wochen stieg die Zahl der Eintritte bei IG Metall und ver.di sprunghaft an.
Im Mai 2008 wurde dann der Übernahme von EDS durch Hewlett Packard (HP) bekannt gegeben. Dies warf für die Beschäftigten jede Menge Fragen auf. Sind durch diese Übernahme die erreichten Sozialstandards gefährdet? Wie können sie gegebenenfalls für die Zukunft abgesichert werden? Einhellige Meinung war: ein Tarifvertrag bietet hier eine größere Sicherheit als Betriebsvereinbarungen.
Im August 2008 waren dann nach Zustimmung der Aktionäre und Kartellämter die formalen Voraussetzungen für den Kauf von EDS durch HP vollzogen. Unmittelbar danach wurde von HP bekannt gegeben, dass ein gewaltiger Personalabbau bevor steht. 24.600 Beschäftigte von HP und EDS sollen weltweit ihren Arbeitsplatz verlieren! 1400 Arbeitsplätze soll die Übernahme in Deutschland kosten, jeder vierte EDS-Arbeitsplatz soll vernichtet werden. Diese geplanten Massenentlassungen stießen bei den Betriebsräten und Beschäftigten auf große Empörung: Schließlich ist EDS in Deutschland wieder ein profitables Unternehmen, die Arbeitsauslastung der Kolleginnen und Kollegen ist hoch, der Kahlschlag gefährdet den Service für unsere Kunden. Am 21. Oktober 2008 machten die Beschäftigten ihren Unmut erstmals deutlich. Weitere Aktionen folgten.
Durch diese Bewegung hat sich der gewerkschaftliche Organisationsgrad noch einmal stark erhöht, so dass wir uns jetzt stark genug fühlen, notfalls Verhandlungen über Tarifverträge auch zu erzwingen.
Im November und Dezember 2008 wurden Tarifkommission und Verhandlungskommission gebildet und die Geschäftsleitung von den Gewerkschaften zu Tarifvertragsverhandlungen aufgefordert.
Wir wollen an dieser Stelle alle Beschäftigten von HP und EDS sowie die interessierte Öffentlichkeit über den Fortgang der Auseinandersetzungen bei EDS informieren und um Ihre Unterstützung bitten!
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